Raise – Einsätze beim Texas Hold'em-Poker erhöhen
Die wortwörtliche Übersetzung des englischen Ausdrucks Raise lautet Erhöhung und lässt bereits vermuten, worum es sich hierbei handelt. Schließlich dominiert die englische Sprache das Vokabular des internationalen Poker-Sports und verlangt von ambitionierten Spielern zumindest grundlegende Kenntnisse in dieser Fremdsprache. Der Raise bildet eine spezielle Form des Wettens und ist somit von größter Bedeutung für den Verlauf eines jeden Wettrunde eines Pokerturniers.
Wie der Name also schon sagt spricht man bei der Erhöhung des Einsatzes von einem Raise. Im Gegensatz zum Call entscheidet sich der entsprechende Spieler hierbei dazu, mehr zu setzen als unbedingt notwendig ist. Die nachfolgenden Teilnehmer des Turniers müssen nun ebenfalls diesen Betrag zahlen, um weiterhin im Spiel bleiben zu können. Entscheiden sich diese gegen einen Call, tätigen sie gleichzeitig einen Fold und steigen aus dem jeweiligen Turnier aus.
Somit zählt der Raise logischerweise zu den aggressiven Spielweisen, da er die Gegenspieler zu einer Reaktion zwingt und den weiteren Verlauf des Pokerturniers maßgeblich beeinflusst. Selbstverständlich muss auf den Raise kein passives Verhalten folgen, denn die gegnerischen Spieler haben nicht nur die Möglichkeit, zu callen oder zu folden. Im Anschluss an einen Raise kann der Einsatz ebenfalls erneut erhöht werden. Wenn also direkt nach einer Erhöhung eine weitere Erhöhung des Einsatzes vorgenommen wird, handelt es sich um einen sogenannten Re-Raise.
In vielen Fällen enthalten die Regeln eines Pokerturniers exakte Richtlinien bezüglich der Höhe eines Raises. So ist die Differenz zwischen dem vorherigen Einsatz und der Erhöhung für gewöhnlich genauestens reglementiert und darf auf keinen Fall unterschritten werden. Der Raise kann diese Differenz aber selbstverständlich übersteigen, sodass eine solche Erhöhung durchaus flexibel gestaltet werden kann.
In den meisten Fällen ist ein Raise ein eindeutiger Hinweis auf eine gute Hand, sodass sich viele Spieler hiervon abschrecken lassen und nicht einmal einen Call wagen. Der Fold erscheint nun die beste Möglichkeit, den finanziellen Verlust zu begrenzen, da so kein weiterer Einsatz erforderlich ist. Natürlich nutzen insbesondere erfahrenere Pokerspieler dies für sich und tätigen einen Raise, obwohl ihre aktuelle Hand nur geringe Gewinnchancen zulässt. Ein solcher Bluff erweist sich oft als äußerst positiv und macht auch eine schlechte Hand unter Umständen zu einer Sieger-Hand.
Es ist aber auch möglich, dass ein Gegenspieler mit einer weiteren Erhöhung auf einen Raise reagiert, da er einen Bluff vermutet und davon überzeugt ist, selbst eine bessere Hand zu halten. In einer solchen Situation gilt es zu überdenken, ob das Risiko noch tragbar ist oder ein Fold doch die bessere Entscheidung darstellt. Schließlich besteht ein großes Risiko, der stärkeren Hand zu unterliegen.
